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Microsoft 365 Security

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Im Juni 2026 verzeichnen Sicherheitsexperten eine deutliche Zunahme gezielter Phishing-Kampagnen gegen Microsoft-365-Umgebungen. Dabei kommen spezialisierte Angriffsplattformen wie „EvilTokens“ und „Kali365“ zum Einsatz. Diese nutzen keine klassischen Passwortdiebstähle, sondern missbrauchen legitime Authentifizierungsverfahren, um Sicherheitsmechanismen wie die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und Passkeys zu umgehen.

Angriff über den Device Code Flow

Im Mittelpunkt der aktuellen Angriffswelle steht der sogenannte OAuth 2.0 Device Code Flow. Dieses Verfahren wurde ursprünglich für Geräte ohne Tastatur oder Browser entwickelt. Die Angreifer initiieren den Authentifizierungsprozess und verleiten ihre Opfer per E-Mail dazu, eine offizielle Microsoft-Anmeldeseite zu öffnen und dort einen bereitgestellten Code einzugeben.

Bestätigt der Anwender diesen Code, autorisiert er unbewusst den Zugriff für das Gerät des Angreifers. Dieser erhält daraufhin ein gültiges OAuth-Token und kann dadurch auf Unternehmensressourcen wie E-Mails, Kalender, OneDrive, Teams oder SharePoint zugreifen.

Da die Anmeldung vollständig über eine legitime Microsoft-Domäne erfolgt und der Benutzer den Vorgang selbst bestätigt, greifen herkömmliche MFA-Schutzmechanismen in diesem Szenario nicht.

Deutlich steigende Zahl betroffener Unternehmen

Das Phishing-as-a-Service-Kit „EvilTokens“ tauchte erstmals Anfang 2026 auf und wird seitdem zunehmend für groß angelegte Angriffe eingesetzt. Sicherheitsforscher beobachten seit Jahresbeginn einen massiven Anstieg entsprechender Kampagnen. Betroffen sind Organisationen verschiedenster Branchen in Europa, Nordamerika und Australien.

Die Angreifer setzen dabei verstärkt auf Automatisierung und KI-gestützte Methoden, um ihre Angriffe effizienter und schwerer erkennbar zu machen. Auch im Finanzsektor wird ein deutlicher Anstieg von Phishing-Versuchen festgestellt. Die wirtschaftlichen Schäden durch Phishing und Betrugsdelikte bewegen sich mittlerweile im Milliardenbereich.

FBI warnt vor „Kali365“

Neben „EvilTokens“ macht das FBI auf ein weiteres Angriffswerkzeug aufmerksam: „Kali365“. Die Plattform ist seit Frühjahr 2026 aktiv und wird unter anderem über Telegram-Kanäle verbreitet. Wie bei EvilTokens liegt der Schwerpunkt auf dem Missbrauch der Gerätecode-Authentifizierung zur Übernahme von Cloud-Konten.

Zusätzlich verschärfen Schwachstellen in Cloud-Diensten die aktuelle Bedrohungslage. Sicherheitslücken können unter bestimmten Umständen dazu genutzt werden, Daten aus Unternehmensumgebungen abzugreifen oder bestehende Schutzmaßnahmen zu umgehen.

Empfohlene Schutzmaßnahmen

Fachleute sind sich einig: Die alleinige Aktivierung von MFA bietet keinen ausreichenden Schutz mehr gegen moderne Token-basierte Angriffe. Unternehmen sollten daher zusätzliche Maßnahmen ergreifen, insbesondere:

  • Den Device Code Flow deaktivieren oder gezielt einschränken.
  • Conditional-Access-Richtlinien zur Absicherung von Anmeldungen einsetzen.
  • Authentifizierungsprotokolle auf ungewöhnliche Device-Code-Anmeldungen überwachen.
  • Mitarbeitende hinsichtlich unerwarteter Code-Eingaben auf Microsoft-Anmeldeseiten sensibilisieren.
  • Erkennungsmechanismen wie YARA-Regeln oder vergleichbare Analyseverfahren implementieren.
  • Token-Missbrauch und verdächtige OAuth-Anwendungen regelmäßig überprüfen.

Die aktuelle Angriffswelle zeigt deutlich, dass moderne Phishing-Kampagnen immer weniger auf gestohlene Passwörter angewiesen sind. Stattdessen nutzen sie legitime Authentifizierungsprozesse aus und stellen damit neue Anforderungen an die Sicherheitsstrategie von Unternehmen.

Quellen: 

Quellen Microsoft,  Sekoia
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 Microsoft hat die Durchsetzung der Webfilterung in den letzten Wochen und Monaten durch Updates im Bereich Network Protection und Defender for Endpoint verschärft.

Genau das ist der entscheidende Punkt der aktuellen Anpassungen. Microsoft hat die Logik der Network Protection (Netzwerkschutz) so verschärft, dass sie nicht mehr passiv zusieht, wenn QUIC den Filter hebelt.
  • Erzwungener Fallback: In der offiziellen Dokumentation zur Netzwerkschutz-Komponente wird klargestellt, dass der Agent Verbindungen blockiert, die er nicht inspizieren kann (wie QUIC/HTTP3), um den Browser zu zwingen, auf TCP (HTTP/1.1 oder HTTP/2) zurückzufallen. Erst dann kann der Defender den SNI (Server Name Indication) im TLS-Handshake lesen und die Filterregel anwenden.
  • Indikator-Durchsetzung: Microsoft schreibt in den Voraussetzungen für Web-Indikatoren, dass für eine zuverlässige Blockierung von FQDNs (Full Qualified Domain Names) in Drittanbieter-Browsern QUIC unterbunden werden muss.
  • SmartScreen vs. Network Protection: Während Edge den Filter nativ im Browser-Prozess (SmartScreen) löst und QUIC beherrscht, "killt" der Defender-Agent bei Chrome/Firefox jetzt aktiv den UDP-Traffic auf Port 443, sobald eine Web-Filter-Sperre aktiv ist.
Das Ergebnis: Der "Silent Bypass" (einfach HTTP/3 nutzen und an der Firewall vorbei) funktioniert nicht mehr, weil der Endpoint-Agent den UDP-Stream kappt, sobald er eine Filter-Policy erkennt.
 
Aktuelle Release-Notes: In den Release-Notes von Microsoft Defender for Endpoint werden regelmäßig Optimierungen an der Network Protection und dem Web-Inhaltsfilter veröffentlicht, die die Erkennung und Blockierung von Umgehungsversuchen (wie durch HTTP/3) verbessern.
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Intune LAPS (Local Administrator Password Solution) ist Microsofts Lösung, um lokale Administrator-Passwörter auf Windows-Geräten automatisch, sicher und individuell zu verwalten.
Jeder Computer bekommt dabei sein eigenes, regelmäßig wechselndes Passwort, das zentral gespeichert und nur für berechtigte Admins einsehbar ist.

Microsoft Intune kann LAPS direkt verwalten – ohne Skripte, ohne Custom CSPs.
Windows LAPS ist inzwischen im Betriebssystem eingebaut (Windows 10/11, Server 2019/2022,2025).

Auf der Webseite von Virtualschool finden Sie im Downloadbereich (Microsoft 365\Microsoft Intune\Intune_Konfiguration) eine Anleitung zur Einrichtung und Konfiguration in Intune.

 

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Standard-Sicherheitseinstellungen (Security Defaults)
Seit Oktober 2019 sind in neuen Microsoft 365-Tenants die Security Defaults standardmäßig aktiviert.
Diese Defaults verlangen:

  • Registrierung für Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Benutzer und Administratoren.
  • MFA bei jeder Anmeldung für Administratoren.
  • MFA für Benutzer bei bestimmten risikorelevanten Aktionen (z. B. Anmeldung auf neuen Geräten).
  • Blockierung von Legacy-Authentifizierungsprotokollen (POP3, IMAP4).

Auf der Webseite von Virtualschool findest du im Downloadbereich (Hilfe & Downloads) eine Anleitung.

In dieser erfährst du, wie du die Security Default Einstellungen deaktivierst und  die Multi-Faktor-Authentifizierung mit Hilfe von Regeln im Bedingten Zugriff (Conditional Access) steuerst.

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Device Code Phishing ist eine raffinierte Methode, bei der Angreifer den Device Code Flow ausnutzen, um Authentifizierungs-Tokens zu stehlen. Diese Tokens ermöglichen es den Angreifern, auf kompromittierte Konten zuzugreifen und Daten sowie Dienste zu missbrauchen.

Besonders gefährlich ist diese Methode, da sie viele herkömmliche Sicherheitsmechanismen wie Multi-Faktor-Authentifizierung umgeht.

Quelle:
Microsoft Artikel zum Thema: Storm-2372 führt Phishing-Kampagne für Gerätecode durch

Security insider

Schutzmaßnahmen einrichten:

Eine sehr gute Anleitung zum Einrichten einer Conditional Access Policy gibt es auf scloud.work oder bei Azure with Tom

Eine sehr gute Video Anleitung von Andreas Dieckmann gibt es hier

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Entra ID MFA kann sehr einfach über die Microsoft Authenticator App bereitgestellt werden, was eine sehr einfache Nutzung ermöglicht. Allerdings wird dazu ein Smartphone benötigt.
Und das ist der Punkt, der es dann doch nicht ganz so einfach macht. Nicht jeder Mitarbeiter hat ein Firmenhandy und das private Handy möchte auch nicht jeder Mitarbeiter für  berufliche Zwecke nutzen. Und jetzt kommen die Hardwaretokens ins Spiel.

Man muss also nicht jedem Mitarbeiter zwingend ein Firmenhandy zur Verfügung stellen, sondern es reicht ein Hardwaretoken.

Voraussetzungen

• Azure Active Directory Plan 1 oder 2
• OATH TOTP Token
• Wichtig ist hier TOTP (Time-based One-time Password), HOTP (Hash-based One-time Password) werden nicht unterstützt
• Beispiel für Token: Feitian c200 oder Feitian c200
Anmerkung: Wir unterstützen Sie gerne bei der Anschaffung und Einrichtung des OATHTokens. Schreiben Sie ein Mail an support(@)virtualschool.at

Eine Schritt für Schritt Anleitung finden Sie auf der  Webseite Virtualschool.at (Downloads)

weitere Quellen:

Microsoft Learn

Selfservice for hardware (OATH)

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Ein Microsoft Entra Notfallkonto (Break Glass Account) ist ein hoch privilegierter Notfallzugriff, um in kritischen Situationen auf Azure-Ressourcen zuzugreifen, wenn herkömmliche Zugangswege nicht verfügbar sind.
Auf der Webseite Virtualschool.at (Downloads) finden Sie eine Schritt für Schritt Anleitung, wie Sie mit Microsoft Entra Notfallkonten und einem Security-Key (FIDO2) den Zugriff auf Azure jederzeit sicherstellen und gleichzeitig Risiken minimieren können.

 

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