Microsoft modernisiert die Windows-Druckumgebung grundlegend. Mit Windows Ready Print und dem Windows Protected Print Mode (WPP) sollen klassische Druckertreiber langfristig ersetzt werden. Das Ziel ist eine einfachere, sicherere und zuverlässigere Druckumgebung für Unternehmen, Schulen und Privatanwender. [learn.microsoft.com]
Warum Microsoft die Druckarchitektur verändert
Über viele Jahre waren Druckertreiber eine häufige Ursache für Probleme auf Windows-Systemen. Unterschiedliche Hersteller verwendeten unterschiedliche Treiber, die regelmäßig aktualisiert werden mussten und teilweise Sicherheitsrisiken darstellten. Microsoft hat deshalb angekündigt, die Unterstützung klassischer V3- und V4-Druckertreiber schrittweise zurückzufahren und auf moderne, standardisierte Druckprotokolle zu setzen. [learn.microsoft.com]
Die neue Druckplattform basiert auf offenen Standards wie:
- Internet Printing Protocol (IPP)
- Mopria
- Universal Print
- eSCL für Scanfunktionen
Dadurch wird die Abhängigkeit von herstellerspezifischen Treibern deutlich reduziert. [learn.microsoft.com]
Was ist Windows Ready Print?
Windows Ready Print ist die neue Standardmethode von Windows zur Kommunikation mit modernen Druckern. Statt eines speziellen Herstellertreibers verwendet Windows direkt standardisierte Druckprotokolle. [learn.microsoft.com]
Für den Benutzer bedeutet das:
- Drucker werden einfacher erkannt.
- Es müssen häufig keine Treiber mehr installiert werden.
- Die Einrichtung funktioniert unabhängig von der Prozessorarchitektur (x64 oder ARM).
- Druckprobleme nach Windows-Updates werden reduziert. [learn.microsoft.com]
Besonders interessant ist dies für moderne Netzwerkdrucker, die bereits den Mopria-Standard unterstützen. Viele aktuelle Geräte von HP, Canon, Epson, Brother, Ricoh, Xerox, Konica Minolta und Kyocera erfüllen diese Voraussetzungen.
Was ist Windows Protected Print Mode?
Der Windows Protected Print Mode (WPP) baut auf Windows Ready Print auf und stellt einen zusätzlichen Sicherheitsmechanismus dar. Wird dieser Modus aktiviert, verwendet Windows ausschließlich die moderne Druckplattform und blockiert den Einsatz klassischer Drittanbieter-Druckertreiber.
Dadurch ergeben sich mehrere Vorteile:
- Höhere Sicherheit
- Weniger Angriffsfläche durch Druckertreiber
- Vereinfachte Verwaltung
- Standardisierte Druckumgebung auf allen Geräten [learn.microsoft.com]
Gerade nach Sicherheitsvorfällen wie „PrintNightmare“ gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung. Microsoft empfiehlt den Einsatz von WPP insbesondere in Unternehmensumgebungen.
Gibt es Einschränkungen?
Ja. Während Standardfunktionen meist problemlos funktionieren, können bestimmte Herstellerspezialitäten eingeschränkt sein.
Typische Funktionen, die möglicherweise zusätzliche Herstellerlösungen benötigen:
- Heften
- Lochen
- Broschürendruck
- PIN-geschützte Druckaufträge
- Kostenstellenerfassung
- Gerätespezifische Finisher-Funktionen
Microsoft sieht hierfür sogenannte Print Support Applications (PSA) vor. Diese Apps können zusätzliche Funktionen bereitstellen, ohne dass klassische Druckertreiber erforderlich sind. [learn.microsoft.com]
Für die PSA-/Store-Apps und den Microsoft IPP Class Driver gilt grundsätzlich:
| Betriebssystem | Ready Print / IPP Class Driver | PSA-Apps |
| Windows 11 22H2 |
✅ |
✅ |
| Windows 11 23H2 |
✅ |
✅ |
| Windows 11 24H2 |
✅ (empfohlen) |
✅ |
| Windows 10 22H2 |
⚠️ teilweise |
⚠️ teilweise |
| Windows Server 2019 |
❌ praktisch nicht vorgesehen |
❌ |
| Windows Server 2022 |
⚠️ eingeschränkt |
❌ |
| Windows Server 2025 |
✅ zunehmend unterstützt |
⚠️ |
Für Hersteller-Apps:
Kyocera Print Center
HP Print Support Application
Canon
- Store-Apps überwiegend für:
- Unterstützung modellabhängig
Konica Minolta
- Moderne Print-Apps ebenfalls hauptsächlich für:
Für deine Umgebung (Intune/Schule)
Wenn du auf Windows 11 24H2 standardisierst, bist du für:
- Windows Ready Print
- Microsoft IPP Class Driver
- Windows Protected Print Mode
- PSA-Apps der Hersteller
am besten aufgestellt. Microsoft entwickelt die gesamte Druckplattform inzwischen genau in diese Richtung weiter. [learn.microsoft.com], [learn.microsoft.com]
Was bedeutet das für HP-, Kyocera- und andere Drucker?
Die meisten aktuellen Druckermodelle unterstützen bereits die notwendigen Standards für Windows Ready Print. Besonders bei neueren HP- und Enterprise-Geräten funktioniert die Standardinstallation häufig ohne zusätzliche Treiber. Auch viele moderne Kyocera-Systeme sind bereits kompatibel.
Dennoch sollte vor einer flächendeckenden Umstellung geprüft werden:
- Werden Spezialfunktionen genutzt?
- Ist der Drucker Mopria-zertifiziert?
- Werden Scannerfunktionen benötigt?
- Gibt es bereits eine Print Support Application des Herstellers?
Vorteile für Schulen und Unternehmen
Gerade in Microsoft-365-, Intune- und Autopilot-Umgebungen bietet die neue Druckplattform erhebliche Vorteile:
- Weniger Verwaltungsaufwand
- Keine Paketierung von Druckertreibern
- Einfachere Gerätebereitstellung
- Verbesserte Sicherheit
- Zukunftssichere Druckinfrastruktur [learn.microsoft.com]
Für Schulen mit vielen Geräten und wechselnden Benutzergruppen kann dies die Administration deutlich vereinfachen.
Fazit
Windows Ready Print und Windows Protected Print Mode markieren einen wichtigen Schritt in Richtung einer modernen, sicheren und standardisierten Druckumgebung. Während ältere Geräte und Spezialfunktionen noch Herausforderungen mit sich bringen können, profitieren insbesondere neue Druckermodelle und moderne Microsoft-365-Umgebungen von der vereinfachten Verwaltung und den Sicherheitsvorteilen. [learn.microsoft.com]
Die Druckerinfrastruktur der Zukunft basiert nicht mehr auf einer Vielzahl unterschiedlicher Treiber, sondern auf offenen Standards wie IPP und Mopria. Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten daher bereits heute prüfen, welche ihrer Drucker für diesen Wandel vorbereitet sind. [learn.microsoft.com]
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